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Der Goldschimmel, ist ein parasitärer Schlauchpilz (Ascomycota), der Röhrenpilze befällt. und den betroffenen Wirt in eine weißliche, goldgelbe oder braune Farbe verleiht. Die befallenen Pilze sind ungenießbar.

Taxonomy

Der Goldschimmel wurde erstmals 1860 von französischen Mykologen, den Brüdern Louis René und Charles Tulasne, beschrieben. Der spezifische Beiname leitet sich von der altgriechischen Chryse- "golden" und Sperma "Same" ab.

Die Mykologie unterscheidet zwischen 2 Arten: Hypomyces chrysospermus (Nebenfruchtform Sepedonium chrysospermum) und dem klein-sporigen Hypomyces microspermus (Nebenfruchtform Sepedonium microspermum). Beide sind makroskopisch, (also mit dem bloßem Auge) sondern nur unter dem Mikroskop.

Beschreibung

Der Goldschimmel besiedelt vorzugsweise weichfleischige Röhrlinge wie z. B. den Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron aggr.) oder den Maronenröhrling (Xerocomus badius).

Der Parasit infiziert Pile zunächst mit einer dünnen weißlichen Schicht, die später goldfarben wird und schließlich den Wirt mit einem rotbraunen Geflecht umzieht. Das Fleisch des befallenen Pilzes wird weicher und wird in der dritten Stufe verrottend.
Meistens beginnt der Befall an der Stielbasis (hier sind die Feuchtigkeitsverhältnisse für den Start optimal) oder an den Poren bzw. Röhren und breitet sich dann über den Stiel und den gesamten Fruchtkörper aus.

Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus); im Anfangsstadium (Farbe weiss)

Im Anfangsstadium des Befalls hat Hypomyces chrysospermus eine weißliche Farbe.
Bildquelle: Wikipedia.org; Urheber: James Lindsey; Bearbeitet: Ausschnitt, Spiegelung, Farbe & Kontrast; Lizenz: ShareAlike - CC BY-SA 3.0 (Link siehe Impressum)


Die Sporen sind oval und glatt im weißen Stadium und messen 10-30 x 5-12 μm. Sie sind warzig, rund und dickerwandig im gelben Stadium und haben einen Durchmesser von 10-25 μm. Diese beiden Phasen sind ungeschlechtlich, während die Endphase sexuell ist; hier sind die Sporen spindelförmig und messen 25-30 x 5-6 μm.

Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus); im zweiten Stadium (Farbe weiss)

Im zweitem Stadium des Befalls hat Hypomyces chrysospermus eine gelb-golde Farbe.
Bildquelle: Wikipedia.org; Urheber: TimmiT (Mushroom Observer); Bearbeitet: Ausschnitt, Spiegelung, Farbe & Kontrast; Lizenz: ShareAlike - CC BY-SA 3.0 (Link siehe Impressum)


Toxikologie

Wie bereits erwähnt, ist H. Chrysospermus nicht essbar und kann giftig sein. Aus dem Schimmelpilz werden die Peptaibole Chyrsopermin A, B und C gewonnen, die eine antibakterielle und fungizide Wirkung haben sollen. In der chinesischen Kräutermedizin findet der Goldschimmel Verwendung, um äußere Blutungen zu stoppen und zu heilen, vor allem durch Auftragung der Sporen auf offene Wunden oder Schnitte.

Sollte ein Speisepilz auch nur teilweise verschimmelt sein, entsorgen sie diesen! Die befallenen Bereiche durchziehen oft den ganzen Pilz, auch wenn dies nicht sichtbar ist. Zu beachten ist auch, dass durch den einsetzenden Zersetzungsprozess des Wirtpilzes, ebenfalls toxische Substanzen entstehen können.